In Memoriam
Rita Teichert geb. Schieß
*10.10.1930 in Nilbau (Schlesien)
+ 14.8.2026 Halle (Saale)
Als im Jahr 2022 unsere Broschüre „Hier wohnte …“ zu den halleschen Stolpersteinen erschien, meldete sich als erste telefonisch Rita Teichert aus der Frohen Zukunft, um zwei Exemplare zu bestellen. Eines für sich und eines für ihren Sohn Christian, der in Leoben/Österreich ebenfalls Stolpersteine organisiert, wie sie erzählte.
Nun ist sie mit 95 Jahren in Halle verstorben. Schon vor Jahren hatte sie festgelegt, dass bei ihrer Beerdigung anstelle von Blumen u.a. auch für weitere Stolpersteine gesammelt werden sollte. 953 Euro sind dabei nun zusammen gekommen, eine Summe, mit der wir nie gerechnet hätten. Wir danken allen Spendern!
Rita Teichert hat die Stolpersteinverlegungen immer mit Interesse verfolgt, sie hat selbst auch mehrere Patenschaften übernommen, auch weil es einen persönlichen Bezug gab:
Ihr jüdischer Großvater konnte in den 30er Jahren nach Palästina fliehen, doch ihr Vater, Dr. Paul Schieß, geboren 1892 in Berlin, galt den Nationalsozialisten als „Halbjude“. Er war Landarzt in Schlesien gewesen und hat gegen Ende des Krieges den Flüchtlingstreck nach Thüringen begleitet. Hier wollte er im April 1945 eine verlassene Arztpraxis übernehmen, was daran scheiterte, dass gemeldet wurde, dass er Halbjude sei. Er folgte dann der Aufforderung, sich an der Front im Sudetenland zu melden. Rita Teichert hat ihren Vater nie wieder gesehen, er gilt seither als vermisst.
Wir danken ihr für die langjährige Unterstützung!




