Lafontainestraße 23


Hier wohnte Maria Fürth geb. Aman

Maria Fürth geb. Aman wurde 1881 in Prag geboren. Sie war Mitglied der Evangelischen Laurentiusgemeinde. 1907 heiratete sie den Chemiker Dr. Arthur Fürth (*1881), der in Leipzig für die städtischen Gaswerke arbeitete. 1918 kam ihr gemeinsamer Sohn Georg zur Welt. Nach dem Tod ihres Mannes 1931 zog die Witwe in die Lafontainestraße 23. Nach Erlass der „Rassengesetze“ wurde sie von den Behörden gezwungen, ihre Wohnung aufzugeben und in ein so genanntes „Judenhaus“ an der Adresse Harz 48 zu ziehen.

Am 1. Juni 1942 wurde Maria Fürth gemeinsam mit 154 weiteren Juden von Halle nach Sobibor bei Lublin deportiert und dort am 3. Juni 1942 mit Gas ermordet. Sie war 60 Jahre alt.

In den Kirchenakten der Laurentiusgemeinde befindet sich hinter ihrem Namen der Vermerk „nach Osten verzogen“. Ihr Sohn Georg floh nach England und nahm als britischer Offizier am Zweiten Weltkrieg teil. Er änderte seinen Namen in Anthony Firth und gründete nach dem Krieg eine Familie.

Quellen

Stadtarchiv Halle (Saale), Nachlass Gudrun Goeseke

Volkhard Winkelmann und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.): Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle. 3. Auflage (2008)
Eintrag zu Maria Fürth