Danke für Ihre Hilfe!

 

311 Stolpersteine sind bereits verlegt. Wir danken für das Engagement der Spender und Unterstützer!

Weitere Steine können noch verlegt werden. Die Spende für einen Stein (für Planung, Fertigung der Messingplatte mit Betonguss und Verlegen) beträgt je 120 EUR. Aber auch viele kleine Spenden ergeben einen Stein!
Sie können eine Spende dem Projekt allgemein zukommen lassen oder sie einer bestimmten Person und deren Stolperstein widmen. Eine Übersicht offener Patenschaften finden Sie unten auf dieser Seite. Bitte nehmen Sie hierzu mit uns Kontakt auf.

Spendenüberweisungen
bitte auf das Konto:

Zeit-Geschichte(n) e.V. Verein für erlebte Geschichte
Saalesparkasse Halle
IBAN: DE26 8005 3762 0389 0605 59

Verwendungszweck: „Stolpersteine“
Bitte geben Sie Ihren Namen und Adresse für die Spendenquittung an.



Kommende Verlegungen


Die nächsten Verlegungen finden am 6. und 12. März 2026 sowie am 22. April 2026 statt.
Die Verlegungen dauern jeweils etwa 20 Minuten. Biographien zu den einzelnen Stolpersteinen werden u.a. an dieser Stelle vor der Verlegung veröffentlicht.

Wenn Sie über kommende Verlegungen informiert werden wollen, schreiben Sie uns gern eine E-Mail.

 
Verlegungen am Freitag, 6. März 2026

15 Uhr
Maybachstraße 2
In der Maybachstraße 2 wohnte Hans Ney. 1913 in Halberstadt geboren, arbeitete Hans Ney in Halle als Kraftfahrer. Er wurde im April 1938 im Zuge der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht und am 21. Mai 1938 wieder entlassen. Danach lebte er in Berlin und München, wo er sich um seine Ausreise bemühte. In München, wo er an eine Umschulung zum Schweißer  machte, lernte er Anneliese Treumann kennen und lieben. Beide wurden 1942 - mit vielen anderen Juden aus Bayern - am 3. April 1942 „nach Osten“ in das Ghetto Piaski deportiert. Hier verliert sich seine Spur. Anneliese schrieb noch aus dem Ghetto an ihre Großmutter, dass Hans uns sie heiraten wollen. Auch Annelieses Spur verliert sich dort.
Vor seinem Wohnhaus in Halle, wo schon ein Stolperstein für seine Mutter Elise Ney liegt, wird im Beisein von Familienmitgliedern aus England, der Schweiz und Deutschland ein Stein für ihn verlegt.
Patenschaft: Dirk Hamm
Biographie: Maybachstraße 2 

 

15:45 Uhr
Feuerbachstraße 74
In der Feuerbachstraße 74 liegen bereits drei Stolpersteine für Nathan Frankenberg sowie dessen Sohn Siegfried und Schwiegertochter Herta Frankenberg. Auf Wunsch und im Beisein von Familienmitgliedern aus England, der Schweiz und Deutschland wird am 6. März ein Stolperstein für Minna Frankenberg verlegt. Sie wurde 1942 mit ihrem Mann nach Theresienstadt deportiert und im Mai 1945 befreit. Sie kehrte als einzige ihrer Familie lebend nach Halle zurück, wo sie auch ihre letzten Lebensjahre verbachte.
Patenschaft: Mylene Meier
Biograpie: Feuerbachstraße 74

 

Verlegungen am Donnerstag, 12. März 2026

9 Uhr
Neumarktstraße 3
In der Neumarktstraße 3 liegen bereits drei Stolpersteine für Familie Kessler. Inzwischen wurde ermittelt, dass Familie Kessler drei weitere Kinder hatte, die ebenfalls in Auschwitz ermordet wurden. Daher verlegen wir hier drei zusätzliche Stolpersteine für Berthold (*1935), Maria(*1936) und Rosa Kessler (*1939).
Patenschaften: Elisabeth-Gymnasium
Biographie zur Familie Kessler: https://www.zeit-geschichten.de/start-2/themen/nationalsozialismus-in-halle/stolpersteine-in-halle/verlegte-und-geplante-steine/neumarktstrasse-3/

9:30 Uhr
Große Märkerstraße 6
In der Großen Märkerstraße 6 wohnten Otto, Frieda und Ellinor Avemarg. Aufgrund seiner Mitgliedschaft in der SPD und der Ehe mit einer Jüdin verlor Otto Avemarg 1933 seine Arbeit als Polizist und wurde auf verschiedene Weise bestraft. 1939 floh die Familie nach Belgien. Otto wurde mehrfach interniert, während der deutschen Besatzung Belgiens versorgte er durch seine Arbeit die Familie und sicherte so das Überleben von Frau und Kind. Zudem versteckte er seine Schwägerin und Schwiegermutter und rettete damit ihr Leben.
Patenschaft: Förderverein der Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt, SPD Halle, Familie Christoph Seidler
Biographie zur Familie Avemarg: https://www.zeit-geschichten.de/start-2/themen/nationalsozialismus-in-halle/stolpersteine-in-halle/verlegte-und-geplante-steine/grosse-maerkerstrasse-6/

 

Geplante Steine mit offenen Patenschaften
Verlegung am 22. April 2026

Magdeburger Straße 30
Für Ernestine Frank (geb. Mainzer)
Ernestine Mainzer (*1875 in Bad Kissingen) und ihr Ehemann Moses Frank hatten drei Kinder. Die Familie lebte zunächst in Bad Kissingen. 1912 zog sie nach Halle, wo Moses Frank in der Viehhandlung seiner Schwäger Hugo Mainzer und Moses Fried arbeitete. Vergeblich versuchte das Paar aus Deutschland zu fliehen. 1940 starb Moses Frank in Halle nach schwerer Krankheit. Ernestine Frank wurde am 19.9.1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie ein Jahr später am 17. September 1943 starb.

Für Hugo Mainzer, Hertha Mainzer (geb. Cohn)und ihre Kinder Ludwig, Martin und Elisabeth (verh. Moos)
Hugo Mainzer (*1881 in Bad Kissingen), Bruder von Ernestine Frank (geb. Mainzer), kam um die Jahrhundertwende nach Halle. Er arbeitete hier für die Viehhandlung Joseph Frank, deren Inhaber er später gemeinsam mit seinem Schwager Moses Fried wurde.
1914 heiratete er Hertha Cohn (*1895). Das Paar hatte drei Kinder: Martin (*1915), Ludwig (*1917) und Elisabeth (*1922). Im Ersten Weltkrieg diente Hugo Mainzer als deutscher Soldat. Er engagierte sich sehr in der Jüdischen Gemeinde, deren Vorsitzender er für viele Jahre bis zu seiner Auswanderung war, und in vielen jüdischen Vereinigungen.
Sohn Martin sowie Neffe Erich Fried stiegen in den 1930ern ebenfalls geschäftlich in die Viehhandlung ein. Sie sollten das Geschäft einmal übernehmen. Doch dazu kam es nicht, denn 1938 wurden sie von den Nazis gezwungen, das Geschäft aufzulösen. Während der Reichspogromnacht im November 1938 wurde Hugo Mainzer verhaftet und in das KZ Buchenwald gebracht. Bereits am 1. Dezember 1938 wurde er von dort entlassen.
Ludwig Mainzer wanderte schon 1936 in die USA aus. Bruder Martin folgte ihm 1938. Es gelang ihnen jedoch nicht, ihre Eltern und Schwester zu sich in die USA zu holen. Mit der Hilfe von Ernst Moos, einem sehr guten Freund von Hugo Mainzer, konnten sie dann aber nach Argentinien fliehen. Elisabeth und Ernst Moos heirateten dort. Sie gingen alle nach Uruguay, wo Elisabeth 1944 starb. Hugo und Herta Mainzer wanderten 1941 zu ihren Söhnen Martin und Ludwig in die USA aus. Hugo Mainzer starb dort 1960, Hertha Mainzer 1967 und die Söhne Martin und Ludwig starben beide 1991.

Delitzscher Straße 22
Für Moses Fried, Bella Fried (geb. Mainzer) und ihr Sohn Erich Fried mit seiner Frau Gerda Fried (geb. Huth)
Bella Mainzer (*1877 in Bad Kissingen) lebte wie ihre Schwester Ernestine Frank und ihr Bruder Hugo Mainzer in Halle. Ihr Ehemann Moses Moritz Fried (*1871 in Ebelsbach) war Mitinhaber der Viehhandlung Joseph Frank. Das Ehepaar hatte 2 Kinder: Hildegard wurde 1902, Erich 1908 in Halle geboren. Nachdem die Nazis die Familie zur Auflösung der Firma zwangen, floh das Ehepaar nach Neuseeland. Dort starb Moses Fried 1943, Bella Fried 1946. Sohn Erich floh gemeinsam mit seiner ebenfalls aus Halle stammenden Frau Gerda Huth über Umwege nach Neuseeland. Tochter Hildegard lebte in Berlin, von wo sie in die USA floh. Sie starb 1987 in Neuseeland.

Leipziger Straße 101
Hubert Totzke und Lina Totzke (geb. Plaut)
Hubert Totzke wurde 1907 in Halle geboren. Er folgte dem Beruf seines Vaters und wurde Zahnarzt mit eigener Niederlassung ab 1934 in der Leipziger Straße. Der evangelisch getaufte konvertierte zum Judentum. 1932 heiratete er die jüdische Lina Plaut (*1906 in Hersfeld).
Im Zuge der Reichspogromnacht im November 1938 wurde Hubert Totzke festgenommen und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht. An den Folgen der dortigen Misshandlungen litt er ein Leben lang. Das Ehepaar floh nach Shanghai. Bereits 1940 gelang es ihnen, in die USA auszuwandern, wo ihre Kinder Roy Gordon und Karin geboren wurden. Hubert Totzke, er nannte sich nun Herbert Hubert, starb 1993 in den USA, Lina Hubert 2001.

Friedenstraße 7/8
Ernst Moos, Käthie Cerf (geb. Friedländer, verw. Moos), Otto Cerf und Ursula Cerf (verh. Heine)
Käthie Cerf, geb. Friedländer, wurde 1894 in Halle geboren. Ihr Ehemann Ernst Moos (* 1878 in Hechingen) fiel 1918 als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg. Da war Käthie gerade mit dem gemeinsamen Sohn Ernst Moos schwanger. 1920 heiratete sie erneut. Otto Cerf (* 1892 in Halle) war Miteigentümer des Kaufhaus Löwendahl (Damenbekleidung). 1921 wurde Tochter Ursula geboren. Die Familie lebte in der Friedenstraße 7/8.
1938 floh Ernst Moos nach Argentinien und holte seine Familie 1939 dorthin nach. Mit ihnen kam Elisabeth Mainzer, seine spätere Ehefrau. Sie war die Tochter von Ernst Moos‘ sehr gutem Freund Hugo Mainzer. Ernst und Elisabeth Moos gingen nach Uruguay, wo Elisabeth 1944 starb. Ernst Moos heiratete 1945 erneut. Mit Lore Koppel bekam er zwei Kinder. Er starb 2001 in Buenos Aires. Dort starben auch Otto Cerf (1959), Käthie Cerf (1971) und Ursula Cerf, verheiratete Heine (2015).
Patenschaft für Ursula Cerf: Giebichenstein-Gymnasium


STOLPERSTEINE in Bruckdorf für
Jacob und Rivka Diamant sowie ihre Söhne Elias und Moritz. Das Ehepaar wurde im Herbst 1938 nach Polen abgeschoben und kam im Ghetto Chmielnik ums Leben. Den Söhnen gelang die Auswanderung nach Palästina.
Brejndel und Zajnwel  Wigdorowicz und ihre Töchter Anne, Ella, Leny und Emma. Die ganze Familie wurde 1938 nach Polen abgeschoben. Den Töchtern gelang von dort die Flucht nach England und Palästina. Die Eltern wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Die Verlegung ist frühestens für 2027 geplant.


Die Liste wird weiter ergänzt

Der Künstler Gunter Demnig bei der Stolpersteinverlegung in Halle-Dölau 2023