Am 28. April wurde am Schülerwohnheim der Stadt Halle, das seit 2025 den Namen „Heiko Runge“ trägt, eine Gedenktafel enthüllt, die an das Schicksal des Schülers erinnert. Heiko Runge wurde am 29. April 1964 in Merseburg geboren und wuchs in Halle-Neustadt auf.
Am 8. Dezember 1979, Heiko Runge war damals 15 Jahre alt, wurde er bei einem Fluchtversuch in die Bundesrepublik bei Sorge im Harz erschossen.

Heiko Runge anl. seiner Jugendweihe 1979
Die Initiative zur Schaffung einer Erinnerung an Heiko Runge in seiner Heimatstadt Halle kam von Michael Teupel, der sich mit diesem Anliegen u.a. an den Zeit-Geschichte(n) e.V. wandte. Auf eigenen Wunsch hin hat er auch die Tafel bezahlt. Teupel wagte selbst mit 18 Jahren die Flucht aus der DDR, wurde verraten und zu zwei Jahren Haft verurteilt, später von der Bundesrepublik freigekauft. Aufgrund seiner Initiative erinnert seit kurzem auch ein Platz in Helmstedt an Fritz Woidtke, der 1973 bei einem Fluchtversuch nahe Marienborn erschossen worden war.
In seiner Sitzung vom September 2025 hat der Stadtrat auf Antrag der CDU-Fraktion einstimmig beschlossen, das Schülerwohnheim der Stadt Halle (Saale) nach Heiko Runge zu benennen. Unterstützt haben das Vorhaben:
die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur Evelyn Zupke, der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Johannes Beleites, das Stasi-Unterlagen-Archiv Halle, die Gedenkstätte Roter Ochse Halle, der Zeit-Geschichte(n) Verein.
Die ehemalige Schule von Heiko Runge in Halle-Neustadt steht nicht mehr, das heutige Schülerwohnheim (Gustav-Weidanz-Weg 3, 06124 Halle) befindet sich jedoch in der Nähe des ehem. Wohnortes von Heiko Runge.
Hier wohnen vor allem Schüler, die die Berufsschule in Halle besuchen.


Rede von Evelyn Zupke, Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur

Die Tafel enthüllten (v.l.): Sandra Czech von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V., Michael Teupel, Beigeordnete Katharina Brederlow, Stadtratsvorsitzender Guido Haak
Weiterführende Links:
Heiko Runge, detaillierte Biographie:
https://www.fu-berlin.de/sites/fsed/Sozialistische-Grenzregime/01_Biografien-von-Todesopfern/Runge_Heiko/index.html
Broschüre des Stasi-Unterlagen-Archivs zum Download mit Kopien aus den Stasi-Unterlagen zum Fluchtversuch von Heiko Runge und seinem Freund Uwe Fleischhauer:
https://www.bundesarchiv.de/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-2-flucht-aus-der-ddr/
Schülerwohnheim Heiko Runge:
https://halle.de/verwaltung-stadtrat/stadtverwaltung/verwaltungsorganisation/oe-information/schuelerwohnheim/349659052
MDR-Bericht: Wahrheit lange unbekannt. Gedenktafel in Halle erinnert an DDR-Grenzopfer Heiko Runge:
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/halle/gedenken-heiko-runge-ddr-opfer-erschossen-106.html
MDR-Filmbeitrag zur Einweihung der Tafel:
https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-1007544.html

Gedenkstein für Heiko Runge an seinem Todesort bei Sorge




