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Chronik der Ereignisse
14.09. 2004 Ingrid Häußler, Oberbürgermeisterin
von Halle, ordnet die Entfernung der Informationstafel auf dem Gertraudenfriedhof
an mehr
15.09. 2004 Mitteldeutsche Zeitung: "Kein Gras
über der Geschichte" mehr
21.09. 2004 Mitteldeutsche Zeitung: "Auseinandersetzung
um Tote aus Torgau geht weiter" mehr
22.09. 2004 Dr. Frank Hirschinger (Historiker): Brief
an OB Ingrid Häußler und die Mitteldeutsche
Zeitung Halle mehr
24.09. 2004 Interessenverband ehemaliger Teilnehmer
am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und
Hinterbliebener Sachsen-Anhalt (IVVdN) u.a.: Presseerklärung
"Ehrung für verurteilte Kriegsverbrecher" mehr
25.09. 2005 Verein Zeit-Geschichte(n): Stellungnahme
zur Presseerklärung des Interessenverband ehemaliger Teilnehmer
am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und
Hinterbliebener Sachsen-Anhalt (IVVdN) vom 24.9.2004 "Es
geht um Menschlichkeit"mehr
27.09. 2004 PDS-Landtagsfraktion: Presseerklärung
"Gedenkstätte in Halle muss geschlossen werden" mehr
29.09. 2004 Reinhard Dobrinski (Vorsitzender des Vereins
FORUM zur Aufklärung und Erneuerung Berlin): Brief an OB Ingrid
Häußler mehr
29.09. 2004 Jüdische Gemeinde Halle: Presseerklärung
"Ehrung für verurteilte Kriegsverbrecher" mehr
04.10. 2004 Kurt Weiss (Überlebender der "Greussener
Jungs"): Brief an OB Ingrid Häußler mehr
06.10. 2004 Gudrun Goeseke (Mitglied der Jüdischen
Gemeinde zu Halle und Vorstandsmitglied im Verein Zeit-Geschichten):
Brief an Max Privorozki (Vorsitzender der Jüdischen
Gemeinde zu Halle)mehr
09.10. 2004 SPD-Arbeitskreis ehemaliger politischer Häftlinge
der SBZ/DDR: Offener Brief an OB Ingrid Häußler
mehr
14.10. 2004 Mitteldeutsche Zeitung: "Gräberkampf
mit falschen Namen" mehr
04.11. 2004 Verein Zeit-Geschichten: Presseerklärung
zur geplanten Verleihung des "Emil-Fackenheim-Preises für
Toleranz und Verständigung" der Jüdischen Gemeinde
Halle an den Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen
Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener Sachsen-Anhalt
(IVVdN) - Landesverband Sachsen-Anhalt am 9.11. 2004
mehr
08.11. 2004 Mitteldeutsche Zeitung: "Neuer
Streit um Preisvergabe" mehr
11.11. 2004 Mitteldeutsche Zeitung: "Eine Frage
der Menschlichkeit" mehr
14.11. 2004 Christel Riemann-Hanewinckel (Mitglied
des Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend): Auszuege aus einer
Rede zum Volkstrauertag auf dem Gertraudenfriedhof Halle mehr
16.11. 2004 Barbara Peter: Offener Brief an OB Ingrid
Häußler mehr
08.12. 2004 Mitteldeutsche Zeitung: "Unterm
Mühlstein der Geschichte. Wie Arno Brake und Wilhelm Biermann
als Kriegsverbrecher abgestempelt wurden"
mehr
15.12. 2004 Edda Ahrberg (Landesbeauftragte für
die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
in Sachsen-Anhalt) Forschungsbericht über die Erkenntnisse
des Ministeriums für Staatssicherheit über 117 ehemalige
Torgauer Häftlinge, welche auf dem Gertraudenfriedhof in Halle
Anfang der 1950er Jahre verscharrt wurden mehr
13.01. 2005 Mitteldeutsche Zeitung: "Tafel
für Torgauer Tote muss nicht wieder aufgestellt werden. Verwaltungsgericht
weist Klage des Bundes der stalinistisch Verfolgten ab" mehr
07.03. 2005 Stadtverwaltung Halle: Mitteilung "Zwischenstand
Torgauer Urnen" mehr
12.04. 2005 Mitteldeutsche Zeitung: "Kriegsende
1945. SS ermordete bei Gardelegen mehr als 1000 KZ-Häftlinge"
mehr
17.04. 2005 Dr. Frank Hirschinger (Historiker) Brief
an an Wulf Gallert (Fraktionsvorsitzender der PDS-Fraktion
im Landtag von Sachsen-Anhalt) mehr
10.06. 2005 Wolfgang Kupke: Brief an OB Ingrid
Häußler mehr
14.06. 2005 Opferverbände Bund der Stalinistisch
Verfolgten (BSV) und Vereinigung der Opfer des Stalinismus
Magdeburg (VOS): Brief an OB Ingrid Häußler
und den Stadtrat von Halle mehr
04.10. 2005 Wolfgang Stiehl
(Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus und des
Bundes der Stalinistisch Verfolgten): Stellungnahme zur Verleihung
des Bundesverdienstkreuzes an den ehemaligen Torgau-Häftling
Benno Priess und Kritik an OB Ingrid Häußler
mehr
17.11. 2005 Johannes Rink (Landesvorsitzender BSV-VOS)
an Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt: Dienstaufsichtsbeschwerde
gegen OB Ingrid Häußler wegen Untätigkeit
mehr
21.11.2005 Mitteldeutsche Zeitung: Opferverbände
kritisieren Häußler mehr
24.11.2005 Matthias Gärtner (MdL PDS) an Heidi
Bohley (Verein Zeit-Geschichten) mehr
25.11.2005 Heidi Bohley (Verein Zeit-Geschichten)
an Matthias Gärtner (MdL PDS) mehr
25.11.2005 Mitteldeutsche Zeitung: Kritiker bleiben
zu Hause mehr
25.11.2005 Lorenz Eyck an Verein Zeit-Geschichte(n)
mehr
01.12. 2005 EINLADUNG zu einer
Tagung über die Auseinandersetzungen um die Gestaltung einer
Grabanlage für die Torgauer Häftlingsurnen auf dem Gertraudenfriedhof
in Halle mehr
01.12. 2005 Rundgang Gertraudenfriedhof mehr
02.12. 2005 Mitteldeutsche Zeitung: Tagung zu strittigen
Torgau-Urnen mehr
11.1. 2006 Mitteldeutsche Zeitung: Mehrheit im Konsens
zu Torgau-Urnen mehr
25.1. 2006 OB Ingrid Häußler: Information
auf der Stadtratssitzung über Bedenken von Dr. Peter Fischer
und Anmerkungen zu Dr. Peter Fischer mehr
16.2. 2006 Dr. Peter Fischer legt einen Textentwurf
des Zentralrats der Juden in Deutschland vor mehr
29.3. 2006 Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler
teilt dem Stadtrat in einer Informationsvorlage ihren Entschluss
mit, die Informationstafel mit folgendem Text wieder anbringen zu
lassen:
Hier wurden im Jahr 2003 117 Urnen bestattet. Diese Menschen starben
in den Jahren 1950-1953 an den Folgen der Haftbedingungen im Gefängnis
Torgau-Fort-Zinna. Sie waren von sowjetischen Militärtribunalen
zu 7 bis 25 Jahren Zwangsarbeitslager verurteilt worden. Der Wahrheitsgehalt
der Anklagen war zweifelhaft, es bestand keine Möglichkeit
zur Verteidigung. Die meisten Angehörigen erfuhren nichts über
den Verbleib der Gefangenen.
Häufig war die Mitteilung über den Tod die erste Nachricht,
die ihre Familien erreichte.
Die Behörden ließen die Verstorbenen zur Einäscherung
nach Halle bringen und erteilten den Befehl, die Urnen ohne jede
Kennzeichnung verlassen beizusetzen. Damit sollte erreicht
werden, dass die Urnen unauffindbar bleiben.
Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung folgten diesem Befehl nicht,
sondern bestatteten die Urnen in der Abteilung 39, einem Reihengrabfeld,
dessen Ruhefristen bereits abgelaufen waren. Die Urnen wurden einzeln,
jeweils hinter einem Grabstein bzw. am Kopfende eines Grabes beigesetzt.
Da dies nicht in einer Reihe, sondern im Gräberfeld weit verteilt
erfolgte, fertigte der Friedhofsleiter, trotz des damit für
ihn verbundenen Risikos, einen Lageplan an. Dank dieses Planes,
der 1993 im Friedhofsarchiv gefunden wurde und der Öffentlichkeit
präsentiert werden konnte, fiel endlich Licht auch auf dieses
Kapitel unserer Geschichte.
Die Urnen wurden umgebettet, um ihnen hier in dieser Grabanlage
eine würdige Ruhestätte zu geben. Die Steine tragen die
Namen aller Toten, deren Angehörige nicht mehr ermittelt werden
konnten
Die Grabanlage ist im Sinne des Gesetzes über die Erhaltung
der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft anerkannt.
Die Forschung und die Diskussion über die Inhaftierung und
Verurteilung sowie über die Biographien der Toten sind nicht
abgeschlossen. Ihr Stand wird u.a. in der Gedenkstätte ROTER
OCHSE Halle (Saale) dokumentiert.
10.5. 2006 Tagungsdokumentation über Verein Zeit-Geschichte(n)
zu beziehen
Ab sofort ist eine Tagungsdokumentation mit den Vorträgen und
einem Diskussionsprotokoll der Fachtagung über die Torgauer
Häftlingsurnen, die am 1. Dezember 2005 in Halle unter
dem Titel Die Würde des Menschen ist unantastbar
stattgefunden hat, erhältlich. Herausgeber ist der Verein Zeit-Geschichte(n)
Halle, der auch die Tagung organisiert hatte.
Die Dokumentation ist für eine Spende von 2 € zu beziehen:
Zeit-Geschichte(n) e.V.
Große Ulrichstraße 51
06108 Halle (Saale)
Tel 0345 / 20360 -40 FAX -41
zeit-geschichten@t-online.de
www.zeit-geschichten.de
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18.05.2006 Mitteldeutsche Zeitung: Neuer Text zu
Torgau-Urnen mehr
17.07. 2006 Johannes Rink (Landesvorsitzender BSV-VOS),
Ansprache anlässlich der Wiederanbringung der Info-Tafel auf
dem Gertraudenfriedhof Halle:
Vor etwa 3 Jahren wurde diese neu gestaltete Anlage feierlich eingeweiht.
Als Vertreterin der Stadt Halle sprach Frau Szabados. Wir, die Opfer
des Kommunismus, hatten erreicht, dass die Toten hier würdig
beigesetzt wurden. Wir glaubten damals, die hier liegenden 117 Opfer
des Kommunismus würden, rund fünfzig Jahre nach ihrem
Tod, endlich ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Die acht Grabsteine mit den Namen der Toten und ihren Geburts- und
Sterbedaten sollen an die Menschen erinnern, die hier beigesetzt
sind. Die Info-Tafel, aus Spendenmitteln finanziert, sollte erklären,
weshalb an dieser Stelle so massiert 117 Tote in Urnen aus 3 Sterbejahren
beieinander bestattet sind. Wurden sie doch vor mehr als 50 Jahren
hier im Krematorium eingeäschert und heimlich - laut Weisung
"verloren" - beigesetzt.
Für den Tod dieser 117 Menschen und ihr würdeloses Verscharren
tragen deutsche Kommunisten die Verantwortung. Sie sind schuldig
und gönnen ihnen - auch heute - nicht einmal eine würdige
Grabanlage. Nichts soll an ihre kommunistischen Verbrechen erinnern.
Wir danken der Stadt Halle, der Frau OB Häußler und den
demokratischen Parteien, die durch ihre Entscheidung dazu beigetragen
haben, dass jetzt die neue, im Text leicht geänderte Info-Tafel
wieder angebracht wurde.
Da die SED/PDS und die IVVdN diese mehrheitliche Entscheidung des
Stadtrates bis zum Schluss - auch mit Verleumdungen - bekämpft
haben, werden sie ihre Niederlage nicht einfach so hinnehmen. So
wurden wir von der Stadt Halle gebeten, diese heutige Veranstaltung
möglichst klein und pressefrei zu halten, da sonst die linken
Kräfte gleich wieder versuchen würden, die Toten und die
Stadt Halle zu verleumden.
Auch nach 16 Jahren deutscher Einheit kann und will die SED/PDS
noch immer nicht demokratisch gefasste Beschlüsse akzeptieren.
Damit stellt sie sich selbst ein Armutszeugnis aus und gibt zu,
dass sie immer noch ein gestörtes Verhältnis zur Demokratie
hat. Auch ein neuer Name (LINKE) ist keine Gewähr für
eine neue Politik, sondern nur Etiketten-Taktik.
Am Schluss möchten wir einen kameradschaftlichen Gruß
von Benno Prieß, der mit seinen Forschungen unmittelbar nach
der Wende die ersten Namen der hier Beigesetzten ermittelte, an
alle Teilnehmer der heutigen Veranstaltung ausrichten.
22.01.2007 Mitteldeutsche Zeitung: Dichtung und Wahrheit
in Halle mehr
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